INTRAversität, (Vor)lesung 5: Zielgerichtet agieren

Sehr geehrtes Auditorium, Albert Einstein sagte einmal: „Willst du glücklich sein im Leben, verbinde es mit einem Ziel.“ Wollen Sie nicht unglücklich sein mit Ihrem Intranet-Projekt, tun Sie es auch. In Lektion 5 geht es um Social-Intranet-Ziele.

Die Hälfte der Teilnehmer schwänzt wahrscheinlich heute, weil das scheinbar unaufregende Thema „Ziele“ auf dem Plan steht. Das wird sich rächen, befürchte ich. Spätestens dann, wenn jeder im Projekt in eine andere Richtung prescht oder es endlose Diskussionen gibt. Ein Beispiel dafür: Es gibt keine Entscheidung, welche Features es im Intranet geben soll und ob die Projekträume gleich oder später gestartet werden. Wäre vorher klar gewesen, dass die abteilungsübergreifende Projektarbeit eine hohe Priorität hat, um das Wissen vieler Fachbereiche zu nutzen, würden die Projekträume von Anfang an auf der Umsetzungsliste stehen. Deshalb ist es wichtig, die Marschrichtung zu bestimmen.

Strategische Intranet-Ziele

Strategische Intranet-Ziele zeigen, welchen Beitrag das Social Intranet zum langfristigen Unternehmenserfolg leisten kann. Sie werden direkt aus der Unternehmensstrategie abgeleitet.

Häufig werden in Projekten zur Einführung moderner Zusammenarbeitsplattformen strategische Ziele gar nicht oder nicht ausreichend konkret formuliert. Dabei ist es von unverzichtbarer Bedeutung, und das aus mehreren Gründen:

  • Strategische Ziele versetzen Intranet-Verantwortliche in die Lage, dem Management die Bedeutung der neuen Plattform plausibel zu machen und entsprechend größere Budgets abzurufen.
  • Durch geeignete Kenngrößen können mit Hilfe strategischer Ziele ökonomisch relevante Effekte nachgewiesen werden. Messbare Erfolge sind das A und O, um Führungskräfte langfristig im Boot zu halten.
  • Strategische Ziele erleichtern auch den Dialog mit den Betriebs- und Personalräten, weil sie aufzeigen, dass es beim Social Intranet nicht um mehr Kontrolle, sondern um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens geht.

Operative Intranet-Ziele

Damit das Projekt auch konkret handhabbar wird, werden aus den strategischen Intranet-Zielen jeweils für die nächste Realisierungsphase (z.B. ein Jahr) noch operative Intranet-Ziele abgeleitet. Sie erleichtern es, das Projekt richtig zu skalieren, d.h. die richtigen Prioritäten zu setzen. Sie sind sozusagen die kleinen Meilensteine auf dem Weg und wichtig, um den Projektablauf zu staffeln.

Intranet-Verantwortliche überspringen häufig die Formulierung der strategischen Intranet-Ziele und starten ihr Projekt stattdessen häufig direkt mit operativen Intranet-Zielen. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass das Social-Intranet-Projekt vom Management als zu kleinteilig wahrgenommen und daher mit wenig Aufmerksamkeit und Budget versehen wird.

Nutzerstatistik

Die nutzenorientierten Ziele sind die in der Praxis häufig anzutreffende Form. Sie schaffen einen Überblick, wie gut das Intranet angenommen wird und welche Funktionen besonders beliebt sind, z.B. die Anzahl eröffneter Projekträume oder die Anzahl von Beiträgen in Communities. Somit zeigen sie an, wo ein Anpassungs- und Schulungsbedarf besteht und ob die Mitarbeiter einen Nutzen aus einem bestimmten Intranet-Tool ziehen.

Quelle „Willkommen in der neuen Arbeitswelt. So erwecken Sie ein Social Intranet zum Leben“ S. 42

Fragen?

Wie kommuniziert man diese Ziele denn attraktiv an die Nutzer?

Als gelungenes Beispiel kann ich die Kommunikation zum Intranet-Projekt bei Roland Berger Strategy Consultants – eine der weltweit führenden Strategieberatungen – anführen. Hier wurden allen Mitarbeiter die Ziele in einer Plakat-Kampagne transparent gemacht. Zwei Wochen vor dem Go-Live der neuen Plattform wurde auf die bevorstehenden Neuerungen auf eine Art und Weise hingewiesen, die zum bewussten Lesen anregte (siehe Abbildung). Der Zusatz „Start now!“ wurde dann am Go-Live-Tag mit Aufklebern realisiert.

Quelle „Willkommen in der neuen Arbeitswelt. So erwecken Sie ein Social Intranet zum Leben“ S. 46

Ziele nehmen die gewünschte Realität vorweg und wenn sie aufgestellt werden, kann man sich schon die moderne Zusammenarbeit und Kommunikation im Unternehmen ausmalen. Und mit einer spannenden Methode erarbeitet, wird selbst ein trockenes Thema wie „Ziele“ zu einem spannenden Blick in die Zukunft.

Das war´s für heute! Kennen Sie weitere Kommunikationskampagnen für die Vermittlung der Intranet Ziele und des Nutzens?

Weitere Leseempfehlungen

S. 42 bis 46 im Buch „Willkommen in der neuen Arbeitswelt. So erwecken Sie ein Social Intranet zum Leben“

Leseprobe hier.

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Intranet-Babett
Intranet-BabettMittwoch, Oktober 11th, 2017 at 2:49am
Tja, könnten sich die Verantwortlichen überlegen, warum die Berliner so genervt sind, wenn eine Amazon-Lieferung droht und warum die Paketzustellung bei der Konkurrenz immer perfekt klappt.
Vielleicht sorgt auch so eine kleine Sternchenbewertung für zufriedene Mitarbeiter und dann auch glückliche Kunden ...
Intranet-Babett
Intranet-BabettDonnerstag, September 21st, 2017 at 5:31am
Intranet-Babett
Intranet-BabettDienstag, September 5th, 2017 at 2:41am
Was kostet FEELBAD Unternehmen? Der Konfliktkostenrechner spuckt es aus! http://bit.ly/2x4L6Br Danke an GOODplace
Intranet-Babett
Intranet-BabettMittwoch, August 16th, 2017 at 3:43pm
In every workplace, there are three basic kinds of people: givers, takers and matchers. Organizational psychologist Adam Grant breaks down these personalities and offers simple strategies to promote a culture of generosity and keep self-serving employees from taking more than their share.
https://www.ted.com/talks/adam_grant_are_you_a_giver_or_a_taker#t-66295
Intranet-Babett
Intranet-BabettMontag, August 14th, 2017 at 8:14pm
Intranet-Babett
Intranet-BabettMittwoch, Juli 19th, 2017 at 2:48am
Eine Züricher Bank stellt kostenlos (!) einen Coworking space zur Verfügung, inkl. Getränke. Nutzen kann ihn jeder.
Wir haben hier an einem internationalen Projekt gearbeitet.